Projektübersicht

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Einstimmig für den Frieden, mehrstimmig gegen den Krieg!
Unsere Realität ist ein Konstrukt! Aber wer oder was konstruiert Wirklichkeit? Sind es Machthaber und Sprache? Sind es Medien und gesellschaftliche Strukturen?
Mit „Momentum Nostrum“ widmet sich G.I.F.T. (German Italian French Theater) unter der Regie von Eugenia Fabrizi diesen Fragen. Das Schauspiel ist eine Kooperation mit dem Institut Français Bonn, Italienisches Kulturinstitut Köln, Cologne Game Lab und Fraunenetzwerk für Frieden e.V.

Kategorie: Kultur
Stichworte: Theater, G.I.F.T., Momentum, Jahrmarkt, Frieden
Finanzierungs­zeitraum: 06.03.2019 09:29 Uhr - 06.06.2019 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: Uraufführung 17. Juni 2019

Worum geht es in diesem Projekt?

In diesem Schauspiel erwartet die Zuschauer eine absurde, überzeichnete Jahrmarktsveranstaltung mit einem „Zeremonienmeister“, der böse Machtspielchen treibt. Doch: Warum „spielen“ wir das Spiel eigentlich mit?
„Momentum“ ist eine Metapher. Das Publikum wird in den Jahrmarktattraktionen Geschichtsereignisse wiedererkennen, also Momente, die ein denkwürdiges Geschehen repräsentieren. Doch nicht nur das. Es sind alles Augenblicke, in denen die Welt für einen Moment still zu stehen schien, wie an einem Wendepunkt, an dem sich die Zukunft des Weltverlaufs entschied, noch präziser formuliert, entschieden wurde. Das Schauspiel wird vor allem sensibilisieren wollen, dass wir wieder in der Zeit eines Momentums leben und dass wir es in der Hand haben, den künftigen Weltverlauf mitzubestimmen. Auch wenn es derzeit Kriegsschauplätze auf der ganzen Welt gibt, ist Krieg keine zwangsläufige Option. In dem Augenblick, in dem sich dieser Gedanke auf die Zuschauer und Zuschauerinnen überträgt, wird mit „Momentum Nostrum“ ein Friedenszeichen gesetzt.

www.gift-theater.com
www.bonn.institutfrancais.de

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Selbstverständlich jeder, der Theater als Kunstform mag. Doch diesmal geht es um mehr. Alle sind angesprochen, die ein Zeichen setzen möchten. Keiner von uns ist reiner Spielball unangreifbarer Mächte. Unsere Realität ist von uns geschaffen, auch wenn wir uns völlig passiv verhalten und die Augen vor aktuellen Entwicklungen verschließen. Unser Anliegen richtet sich an alle, die den Gedanken teilen, dass man nicht auf eine lebenswerte Welt warten sollte, sondern jetzt das „Momentum“ ist, ihre Gestaltung anzugehen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

„Momentum Nostrum“ hat Fördergelder der Stadt Bonn unter Vorbehalt zugesagt bekommen. Das ist ein tolles Signal an uns als Ensemble und kommt für uns einem Ritterschlag gleich. Ganz konkret bedeutet dies, dass die Stadt Bonn unser Projekt mitfinanziert, wenn wir es schaffen, die restlichen Kosten zu decken. Etliche Fördertöpfe und Sponsoren haben wir schon angeschrieben und warten teilweise noch auf Antworten. Wir wissen aber, dass unsere Stärke auch in der Gemeinschaft liegt. Durch den Besuch unserer bisherigen Stücke und eure Mundpropaganda, habt ihr uns geholfen, als europäisches Ensemble, ernst genommen zu werden. So gut wie alle bisherigen Kosten, wie z.B. Reise- und Produktionskosten haben wir selbst übernommen und haben auf Honorare verzichtet. Seit 2015 haben wir über 25 Vorstellungen mit Freude für unser Publikum gespielt und haben bisher nur einen kleinen Teil unserer Produktions- und laufenden Kosten einholen können. Nun sind wir an einem Punkt, an dem wir dies aufgrund von Eigenverantwortung uns selbst gegenüber nicht mehr leisten können und wollen. Jeder noch so kleine Betrag ist wichtig und hilft uns weiter.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit der Geldsumme werden Kosten gedeckt, welche für die Entwicklung und Durchführung der Uraufführung von „Momentum Nostrum“ benötigt werden. Dazu gehören Reisekosten, die Ausleihe von Technik, Anschaffung von Requisiten und Kostümen. Bei einer Überfinanzierung bleibt das Geld in der „G.I.F.T.-Kasse“ für künftige Ausgaben. Denn das Stück ist jetzt schon für die Bonner Friedenstage 2019, die Kölner Videospiel-Messe "Clash of Realities" und für das Programm 2020 im Italienischen Kulturinstitut Köln angefragt. So fallen also übers Jahr z.B. erneut Reise- und Honorarkosten an.

Wer steht hinter dem Projekt?

G.I.F.T. German Italian French Theater
Das Ensemble formierte sich Ende 2014 und war erstmalig bei der Bonner Theaternacht 2015 dabei. Seine Gründungsgeschichte hat einen ungewöhnlichen Ursprung.
Rom, im Jahr 2004: Dank des Austauschprogramms ERASMUS treffen Studierende aus ganz Europa in der Ewigen Stadt aufeinander. Nach einem Jahr Studium kehren sie wieder in ihre Heimat zurück, noch unwissend, was die Zukunft birgt. Aber im Gepäck tragen sie einen Schatz an Erfahrungen: unvergessliche Freundschaften, eine Sprache, eine Kultur.
Sommer 2014. Eugenia Fabrizi, Deutsch-Italienerin aus Bonn, kehrt nach Rom zurück und findet heraus, dass einer ihrer Kontakte von damals, Luca Paglia, genauso wie sie, Regisseur geworden ist, zudem als Schauspieler und Autor tätig ist. Sie treffen sich und Eugenia hat die Idee, einer großgedachten europäischen Theaterproduktion. Ihnen ist bekannt, dass ein weiterer Freund aus gemeinsamer Studienzeit mittlerweile als Schauspieler erste Erfolge hat. Und so setzten sie sich sofort mit Heza Botto aus Paris in Verbindung. Man recherchiert nach einem geeigneten, aktuellen Text, der zu einem europäischen Gedanken passt. Schließlich, nachdem etliche Texte durchgesehen werden und „durchfallen“, schlägt Luca einen selbstverfassten Text vor. Für diesen können sich alle sofort begeistern, denn er enthält genau das, wonach sie suchen. Sie lassen den Text andere befreundete Schauspieler und Schauspielerinnen lesen, die als Ensemblemitglieder in Frage kommen. Deren Zusage lässt nicht lange auf sich warten. Pauline Garnier und Piero Parlato, ebenfalls aus Paris, und Leonie Renée Klein aus Köln kommen dazu. Und so steht schließlich das europäische Ensemble „G.I.F.T. German Italian French Theater“ für seine erste Produktion „Xeno ovvero l’antagonista“ (Der Fremde oder der Gegenspieler).
Erste Absprachen laufen über Skype-Konferenzen. Dann finden Probenarbeit zu „Xeno“ zunächst in Rom, bald darauf in Paris und schließlich in Bonn statt, wo G.I.F.T. bei der Bonner Theaternacht 2015 debütiert.
Seit November 2015 ist G.I.F.T. mit seinen Produktionen im TPZAK Köln und Euro Theater Central Bonn zu sehen. Neben “Xeno“ lief dort in der Schauspielsaison 2017/18 „Immigro ergo sum“ ein Stück zu Migrations- und Genderproblematiken. Mittlerweile hat Charlotte Welling Paulines Schauspielsparts übernommen, da Pauline nun in Montreal lebt. Als französische Autorin gehört sie immernoch fest zum Ensemble. Die italienischen Textbeträge von G.I.F.T. verfasst Luca, die deutschen Eugenia.

2018 organisierte G.I.F.T. mit dem Frauennetzwerk für Frieden e.V. im Rahmen der Bonner Friedenstage den „Bonner Friedensraum“. Unter anderem konnte die Uraufführung der G.I.F.T.-Lesung zum Ersten Weltkrieg „Zäsur – Cesura – Césure“ besucht werden.
G.I.F.T. versteht sich als künstlerische Wahlfamilie. Ein Mikrokosmos, der trotz unterschiedlichem Hintergrund der Mitglieder harmonisiert, weil er sich auf gegenseitigem Respekt, Freundschaft und Humor gründet. Kein moralischer Fingerzeig, aber ein Statement zum Makrokosmos.

G.I.F.T. stemmt „Momentum Nostrum“ nicht allein. Vor allem auf infrastruktureller Ebene wird es vom Französischen Kulturinstitut Bonn unterstützt. Des Weiteren kooperiert mit G.I.F.T. das Italienische Kulturinstitut Köln und das Frauennetzwerk für Frieden e.V. Das Cologne Game Lab ist als Bildungsinstitution auch auf der künstlerischen Seite vertreten. Game Design Studierende kreieren ein interaktives Videospiel eigens für das Stück.

www.gift-theater.com
https://bonn.institutfrancais.de/
https://iiccolonia.esteri.it/IIC_Colonia/de/
http://www.colognegamelab.de/
www.frauennetzwerk-fuer-frieden.de

Projekt-ID: 10675